Viele Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr starten in diesen Tagen ins Berufsleben. Doch während Studierende mit ihrem Semesterticket im ganzen Bundesland unbegrenzt Bus & Bahn fahren können, müssen Auszubildende teure Nahverkehrstickets kaufen, um zur Arbeit oder zur Schule zu fahren. „Wir Jusos fordern seit Jahren ein NRW-weites Azubi-Ticket, das mit dem Semesterticket für Studis vergleichbar ist. Leider blockiert die schwarz-gelbe Landesregierung dieses Ticket“, sagt Fabiola Ricciardi, Vorsitzende der Jusos im Kreis-Siegenwittgenstein.

Die Nordrhein-Westfälische SPD habe zusammen mit den Jusos im letzten Landtagswahlkampf für den NRW-weiten Fahrschein gekämpft. Die Landesregierung handele jetzt unredlich: „Im Wahlkampf kopierten CDU und FDP unsere Forderungen und taten damit so, als würden sie es auch wollen. Bislang ist aber außer dem Versprechen des Koalitionsvertrags nichts geblieben. Die Landesregierung beweist sich hier in Arbeitsverweigerung“, ärgert sich die Juso-Vorsitzende. Besonders ärgerlich sei, dass sich Schwarz-Gelb insgesamt verweigere, den Nahverkehr besser und attraktiver zu machen. „Der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor steigt gleichzeitig immer weiter. Das ist unverantwortlich und gegen alle Klimaabkommen. Auch deswegen ist es endlich Zeit zu handeln: Neben einem AzubiTicket fordern wir grundsätzliche Zukunftsinvestitionen in das Bahn- und Schienennetz! Hier muss das Mitte-Rechts-Bündnis aus CDU und FDP endlich handeln“, fügt Fabiola Ricciardi hinzu.

Weil die Landesregierung keine Lösungen anbiete, müsse man nun auf regionaler Ebene Fakten schaffen: „Auch ohne Förderung vom Land haben inzwischen alle anderen Verkehrsverbünde in NRW ein verbundweites AzubiTicket geschaffen – nur unser WestfalenTarif ist noch nicht aktiv geworden. Das muss sich schnell ändern!“, findet Ricciardi. Es sei schlicht unzumutbar, dass ein Azubi aus dem Siegerland fast 1100€ im Jahr für Nahverkehrstickets aufbringen muss, um damit auch zu seiner Berufsschule in Siegen zu kommen. „Das ist mehr als das Doppelte einer monatlichen Ausbildungsvergütung von durchschnittlich 670 Euro!“, so Ricciardi.

Gemeinsam mit der SPD wollen die Jusos daher aktiv werden, um im WestfalenTarif ein bezahlbares AzubiTicket durchzusetzen. Dabei fordern sie, die Digitalisierung gleich mitzudenken: „Es kann doch nicht sein, dass wir heute nur in starren Großbuslinien denken – während alle Azubis ein Smartphone in der Tasche haben und Verkehrsbetriebe an On-Demand-Lösungen arbeiten“, meint die Juso-Vorsitzende. Deshalb soll mit dem AzubiTicket im WestfalenTarif direkt eine AzubiTicketApp und Azubi-Sammeltaxis eingeführt werden, damit Azubis mehr und flexiblere Möglichkeiten bekommen, um früh morgens von zu Hause zum Betrieb oder zur Berufsschule zu kommen.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert