“Dann kniet er, der das nicht nötig hat, da für alle, die es nötig haben, aber nicht da knien – weil sie es nicht wagen oder nicht können oder nicht wagen können. Dann bekennt er sich zu einer Schuld, an der er selber nicht zu tragen hat, und bittet um eine Vergebung, derer er selber nicht bedarf. Dann kniet er da für Deutschland.”
~Hermann Schreiber: Der Spiegel

Brandts Kniefall jährte sich vorgestern zum 50. Mal. Er war ein Eingeständnis deutscher Schuld – für die Menschheitsverbrechen des Holocausts und des Vernichtungskriegs gegen Polen. Der Kanzler verbeugte sich vor polnischem Leid und dem Mut der Jüdinnen und Juden, die 1943 den Ghetto-Aufstand gegen deutsche Besatzer wagten.
Der Kanzler kniete, obwohl er es nicht nötig hatte. Er kniete für die, die es nötig hatten – aber nicht knien wollten.

Auch noch heute sollten wir uns von diesem Mut und dieser Demut in unserem politischen Handeln leiten lassen – so wie Brandt am Denkmal des Warschauer Ghettos.

Kategorien: Vorstand

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